/proc ist ein vom Kernel bereitgestelltes Pseudo-Dateisystem (procfs). Es enthält keine echten Dateien auf der Festplatte — beim Lesen fragt der Kernel den aktuellen Systemzustand ab und gibt ihn als Text zurück. Dadurch lässt sich der Linux-Kernel komplett über normale Datei-Operationen inspizieren.
Zweck
/proc ist ein vom Kernel bereitgestelltes Pseudo-Dateisystem (procfs). Es enthält keine echten Dateien auf der Festplatte — beim Lesen fragt der Kernel den aktuellen Systemzustand ab und gibt ihn als Text zurück. Dadurch lässt sich der Linux-Kernel komplett über normale Datei-Operationen inspizieren.
Pro-Prozess-Verzeichnisse
Für jeden laufenden Prozess existiert /proc/<PID>/ mit Informationen wie cmdline (Aufrufzeile), status (Zustand, Speicherverbrauch), fd/ (geöffnete File-Descriptors), maps (Memory-Layout), environ (Umgebungsvariablen).
cat /proc/$$/status | head -5
ls /proc/$$/fd/System-weite Informationen
/proc/cpuinfo (CPU-Details), /proc/meminfo (Speicher), /proc/mounts (eingehängte Dateisysteme), /proc/net/ (Netzwerk-Statistiken). Werkzeuge wie top, ps, free lesen intern genau diese Dateien.
Schreibbare Parameter
Einige Einträge unter /proc/sys/ sind schreibbar und konfigurieren den Kernel zur Laufzeit — z. B. echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward aktiviert IP-Forwarding. Persistent macht man Änderungen über /etc/sysctl.conf.