Die IANA (Internet Assigned Numbers Authority) ist die Stelle, die zentrale Nummern- und Namensräume des Internets koordiniert. Sie sorgt dafür, dass die globalen Bezeichner — IP-Adressblöcke, Portnummern, Protokoll-Parameter, Top-Level-Domains — weltweit eindeutig und konsistent vergeben werden.

Die IANA wird heute von der ICANN im Auftrag der Internet-Community betrieben. Sie selbst gibt selten direkt an Endkunden aus; ihre Hauptaufgabe ist, große Blöcke an nachgelagerte Stellen zu delegieren, die die feinere Vergabe übernehmen.

Aufgabenbereiche

Die IANA pflegt mehrere zentrale Register:

  • IP-Adressen — sie verteilt große Adressblöcke an die fünf Regional Internet Registries (RIRs): RIPE NCC (Europa), ARIN (Nordamerika), APNIC (Asien-Pazifik), LACNIC (Lateinamerika), AFRINIC (Afrika). Diese geben weiter an Internetanbieter und Organisationen.
  • Portnummern — koordiniert die Vergabe der Well-Known und Registered Ports im Bereich 049151 für TCP und UDP.
  • Protokoll-Parameter — pflegt unzählige kleine Register, etwa Header-Felder, Statuscodes, Mediatypen, Cipher-Suites, AS-Nummern und vieles mehr.
  • DNS-Wurzelzone — verwaltet die Liste der Top-Level-Domains und die Schlüssel der DNSSEC-Wurzel.

Bedeutung

Die Eindeutigkeit der von der IANA verwalteten Bezeichner ist eine stille, aber unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass das Internet als globales Netz funktioniert. Ohne zentrale Koordination würden zwei Organisationen unabhängig voneinander dieselbe IP-Adresse, denselben Port oder dieselbe TLD nutzen — und Kommunikation würde unzuverlässig.

Abgrenzung zu RIRs und Registraren

Die Vergabekette ist mehrstufig:

  • Die IANA delegiert Blöcke an die RIRs.
  • Die RIRs vergeben kleinere Bereiche an LIRs (üblicherweise Internetanbieter).
  • Die LIRs weisen einzelne Adressen oder Subnetze ihren Kunden zu.

Bei Domains ist es ähnlich: IANA verwaltet die TLD-Liste, Registries betreiben einzelne TLDs (z. B. .org, .de), Registrare verkaufen Domains an Endkunden.

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