Das TLS (Transport Layer Security) ist ein kryptografisches Protokoll, das eine verschlüsselte und authentifizierte Verbindung zwischen zwei Endpunkten herstellt. Es sitzt zwischen dem Transportprotokoll (in der Regel TCP) und dem Anwendungsprotokoll und ist der Nachfolger des historischen SSL.

TLS bildet die Sicherheitsebene unter zahlreichen Diensten — neben HTTPS etwa SMTPS, IMAPS, FTPS, MQTT-Sicherheit oder verschlüsselte Datenbankverbindungen.

Was TLS leistet

TLS gewährleistet:

  • Vertraulichkeit durch symmetrische Verschlüsselung des Datenstroms.
  • Integrität durch Authentifizierungs-Tags, die Manipulationen erkennen.
  • Authentizität durch Zertifikate, die der Server (und optional der Client) vorweist.

Handshake

Vor dem eigentlichen Datenaustausch handeln Client und Server in einem Handshake die Sitzungsparameter aus:

  1. Beide einigen sich auf eine TLS-Version und eine Cipher-Suite.
  2. Der Server liefert sein Zertifikat.
  3. Über asymmetrische Kryptografie wird ein gemeinsames Sitzungs-Geheimnis etabliert.
  4. Ab diesem Punkt wird der Datenstrom symmetrisch verschlüsselt.

In TLS 1.3 ist dieser Vorgang stark vereinfacht und erfordert nur noch eine Roundtrip-Zeit (1-RTT), in bestimmten Fällen sogar eine 0-RTT-Wiederaufnahme.

Versionen

Aktuell sind TLS 1.2 und TLS 1.3 im Einsatz. Ältere Varianten (SSL 2.0, SSL 3.0, TLS 1.0, TLS 1.1) gelten als unsicher und werden in modernen Implementierungen nicht mehr akzeptiert.

Abgrenzung zu HTTPS

HTTPS ist ein konkreter Anwendungsfall von TLS: HTTP über TLS. TLS selbst ist anwendungsneutral und kann jedes verbindungsorientierte Protokoll absichern, das es darunter trägt.

/ Weiter

Zurück zu IT

Zur Übersicht