Das UDP (User Datagram Protocol) ist ein verbindungsloses Transportprotokoll der Internet-Protokollfamilie. Es überträgt einzelne Datenpakete (Datagramme) zwischen zwei Endpunkten, ohne vorher eine Verbindung aufzubauen und ohne den Empfang zu bestätigen.

Damit verzichtet UDP bewusst auf die Zuverlässigkeitsgarantien, die TCP bietet. Im Gegenzug entfällt der Verbindungsaufbau, der Overhead pro Paket ist gering, und die Latenz bleibt niedrig.

Eigenschaften

UDP ist gekennzeichnet durch:

  • Kein Handshake — Pakete werden direkt verschickt.
  • Keine Bestätigung — verlorene oder doppelte Pakete werden vom Protokoll nicht erkannt.
  • Keine Reihenfolge-Sicherung — Datagramme können in beliebiger Ordnung ankommen.
  • Schlanker Header — nur 8 Byte pro Paket, gegenüber mindestens 20 Byte bei TCP.

Verlässlichkeit und Reihenfolge müssen — falls überhaupt nötig — von der Anwendung selbst sichergestellt werden.

Typische Einsatzgebiete

UDP eignet sich überall dort, wo Geschwindigkeit oder geringer Overhead wichtiger sind als vollständige Zustellung:

  • DNS — kurze Anfragen und Antworten, bei denen ein verlorenes Paket einfach neu gesendet wird.
  • VoIP und Video-Streaming — leichte Aussetzer sind tolerabel, Verzögerungen nicht.
  • Online-Spiele — aktuelle Zustände sind wichtiger als nachgereichte Vergangenheit.
  • Zeitsynchronisation (NTP) — kompakte, häufige Anfragen.
  • QUIC — moderne Transportbasis (z. B. für HTTP/3), die Zuverlässigkeit auf UDP aufsetzt.

Abgrenzung zu TCP

UDP und TCP nutzen unabhängige Port-Nummernkreise. Ein Dienst kann auf demselben Port sowohl TCP als auch UDP anbieten — DNS (53) ist ein klassisches Beispiel.

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