Geometrisches Mittel
G = (x₁ · x₂ · … · xₙ)^(1/n) — Standard-Mittel für Wachstumsraten und Renditen. Alle Werte müssen positiv sein.
Geometrisches Mittel berechnen
G = (x₁ · x₂ · … · xₙ)^(1/n) — Standard-Mittel für Wachstumsraten und Renditen. Alle Werte müssen positiv sein.
Wann braucht man das geometrische Mittel?
Das geometrische Mittel kommt überall dort zum Einsatz, wo Größen multiplikativ wirken — typisch bei Wachstumsraten, Verzinsung, Inflationsraten oder Indizes.
Das arithmetische Mittel über Wachstumsfaktoren liefert dort falsche Ergebnisse: zwei Jahre +100 % und −50 % ergeben in Summe nicht +25 %, sondern 0 %. Das geometrische Mittel rechnet richtig.
Voraussetzung: alle Werte müssen positiv sein.
Die Formel
G = ⁿ√(x₁ · x₂ · … · xₙ)
= (x₁ · x₂ · … · xₙ)^(1/n)Für Wachstumsfaktoren gilt: durchschnittliche jährliche Rendite = G − 1.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| xᵢ | Einzelwerte | beliebig | n positive Werte, häufig Wachstumsfaktoren. |
| n | Anzahl | — | Anzahl der Werte. |
| G | Geometrisches Mittel | wie xᵢ | n-te Wurzel aus dem Produkt. |
Minimal-Beispiel
Geometrisches Mittel von 2, 8:
Produkt = 2 · 8 = 16
G = √16 = 4Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Durchschnittliche Rendite
Eine Aktie liefert in drei Jahren +20 %, +10 %, −5 %. Wachstumsfaktoren: 1,20; 1,10; 0,95.
Produkt = 1,20 · 1,10 · 0,95 = 1,2540
G = 1,2540^(1/3)
≈ 1,0784
⇒ durchschnittliche Rendite ≈ 7,84 % pro JahrBeispiel 2 — Inflations-Schnitt
Inflationsraten in fünf Jahren: 2 %, 3 %, 8 %, 6 %, 4 %. Faktoren: 1,02; 1,03; 1,08; 1,06; 1,04.
Produkt = 1,02 · 1,03 · 1,08 · 1,06 · 1,04
≈ 1,2510
G = 1,2510^(1/5)
≈ 1,0458
⇒ Durchschnittsinflation ≈ 4,58 % p. a.Beispiel 3 — Bevölkerungswachstum
Eine Stadt wächst in drei Jahrzehnten um 30 %, 25 %, 15 %.
Produkt = 1,30 · 1,25 · 1,15 ≈ 1,8688
G = 1,8688^(1/3)
≈ 1,2317
⇒ ≈ 23,17 % pro JahrzehntBeispiel 4 — Geometrisches vs. arithmetisches Mittel
Werte 1 und 100:
Arithmetisch: (1 + 100) / 2 = 50,5
Geometrisch: √(1 · 100) = 10
Beim arithmetischen Mittel dominiert der größere Wert,
beim geometrischen wirken beide gleichgewichtig.