De-Broglie-Wellenlänge
Materiewellenlänge eines Teilchens mit Masse m und Geschwindigkeit v: λ = h / (m · v). Grundlage der Quantenmechanik bewegter Teilchen.
De-Broglie-Wellenlänge berechnen
Materiewellenlänge eines Teilchens mit Masse m und Geschwindigkeit v: λ = h / (m · v). Grundlage der Quantenmechanik bewegter Teilchen.
- lambda — Wellenlänge
- m — Masse
- v — Geschwindigkeit
Was ist die De-Broglie-Wellenlänge?
Louis de Broglie postulierte 1924, dass jedem bewegten Teilchen eine Materiewelle mit der Wellenlänge
λ = h / (m · v) = h / p
zugeordnet ist. Dabei ist h = 6,62607015 · 10⁻³⁴ J·s das Plancksche Wirkungsquantum und p = m · v der Impuls. Die Wellenlänge ist umso kleiner, je größer Masse und Geschwindigkeit sind — bei Alltagsgegenständen praktisch unmessbar, bei Elektronen jedoch im Bereich atomarer Abstände.
Die Formel
λ = h / (m · v)
Umstellungen:
m = h / (λ · v)
v = h / (λ · m)
h = 6,62607015 · 10⁻³⁴ J·sDie Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| λ | Wellenlänge | m | De-Broglie-Wellenlänge des Teilchens. |
| m | Masse | kg | Teilchenmasse (nichtrelativistisch). |
| v | Geschwindigkeit | m/s | Teilchengeschwindigkeit. |
Minimal-Beispiel
Ein Elektron (m_e ≈ 9,109 · 10⁻³¹ kg) bewegt sich mit v = 10⁶ m/s:
λ = h / (m · v)
= 6,626·10⁻³⁴ / (9,109·10⁻³¹ · 10⁶)
≈ 7,27·10⁻¹⁰ m
≈ 0,73 nmPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — Elektron im Elektronenmikroskop
Ein TEM-Elektron mit 100 keV kinetischer Energie hat v ≈ 1,644 · 10⁸ m/s (nichtrelativistische Näherung):
λ = 6,626·10⁻³⁴ / (9,109·10⁻³¹ · 1,644·10⁸)
≈ 4,42·10⁻¹² m
≈ 4,4 pm
(Auflösung weit unterhalb sichtbaren Lichts)Beispiel 2 — Thermisches Neutron im Reaktor
Ein thermisches Neutron (E ≈ 0,025 eV) hat v ≈ 2200 m/s; m_n ≈ 1,67493 · 10⁻²⁷ kg.
λ = 6,626·10⁻³⁴ / (1,67493·10⁻²⁷ · 2200)
≈ 1,80·10⁻¹⁰ m
≈ 0,18 nm
(passt zu Kristallgitter-Abständen — Neutronenbeugung)Beispiel 3 — Proton im Beschleuniger (LHC, klassisch genähert)
Für Demonstrationszwecke ein Proton mit v = 10⁷ m/s (m_p ≈ 1,67262 · 10⁻²⁷ kg):
λ = 6,626·10⁻³⁴ / (1,67262·10⁻²⁷ · 10⁷)
≈ 3,96·10⁻¹⁴ m
≈ 40 fm
(Bei LHC-Energien wäre die relativistische Formel nötig.)Beispiel 4 — Fußball als „Teilchen"
Ein Fußball (m = 0,45 kg) bewegt sich mit v = 30 m/s.
λ = 6,626·10⁻³⁴ / (0,45 · 30)
≈ 4,91·10⁻³⁵ m
(Wellencharakter völlig vernachlässigbar — Alltagsgegenstände
bleiben klassisch.)Beispiel 5 — C-60-Fullerene im Doppelspaltexperiment
Buckyballs (m ≈ 1,2 · 10⁻²⁴ kg) wurden mit v ≈ 200 m/s durch einen Doppelspalt geschossen und zeigten Interferenz:
λ = 6,626·10⁻³⁴ / (1,2·10⁻²⁴ · 200)
≈ 2,76·10⁻¹² m
≈ 2,8 pm
(passend zum nachgewiesenen Interferenzmuster, Zeilinger 1999)