Impulserhaltung
Eindimensionaler Stoß zweier Körper: m₁ · v₁ + m₂ · v₂ = m₁ · v₁' + m₂ · v₂'. Auflösbar nach einer der beiden Geschwindigkeiten nach dem Stoß.
Impulserhaltung berechnen
Eindimensionaler Stoß zweier Körper: m₁ · v₁ + m₂ · v₂ = m₁ · v₁' + m₂ · v₂'. Auflösbar nach einer der beiden Geschwindigkeiten nach dem Stoß.
- v2n — v₂ nach Stoß
- v1n — v₁ nach Stoß
Was besagt die Impulserhaltung?
In einem abgeschlossenen System (keine äußeren Kräfte) bleibt der Gesamtimpuls konstant — bei jedem Stoß, sei er elastisch, teilelastisch oder vollständig unelastisch. Für zwei Körper, die sich entlang einer Geraden bewegen, schreibt sich der Erhaltungssatz als:
m₁ · v₁ + m₂ · v₂ = m₁ · v₁' + m₂ · v₂'
Die ungestrichenen Größen beziehen sich auf den Zustand vor dem Stoß, die gestrichenen (v₁', v₂') auf den Zustand danach. Vorzeichen bilden die Bewegungsrichtung ab (z. B. + = nach rechts, − = nach links).
Mit fünf bekannten Größen lässt sich die sechste eindeutig berechnen — ohne zusätzliche Annahme über elastisch / unelastisch. Wer nur die Massen und Anfangsgeschwindigkeiten kennt, braucht zusätzlich den Energieerhaltungssatz (elastischer Stoß) oder die Bedingung v₁' = v₂' (vollständig unelastisch).
Die Formel
m₁ · v₁ + m₂ · v₂ = m₁ · v₁' + m₂ · v₂'
Auflösungen:
v₂' = (m₁·v₁ + m₂·v₂ − m₁·v₁') / m₂
v₁' = (m₁·v₁ + m₂·v₂ − m₂·v₂') / m₁Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| m₁ | Masse 1 | kg | Masse des ersten Körpers (m₁ > 0). |
| v₁ | v₁ vor Stoß | m/s | Geschwindigkeit Körper 1 vor dem Stoß (mit Vorzeichen). |
| m₂ | Masse 2 | kg | Masse des zweiten Körpers (m₂ > 0). |
| v₂ | v₂ vor Stoß | m/s | Geschwindigkeit Körper 2 vor dem Stoß. |
| v₁' | v₁ nach Stoß | m/s | Geschwindigkeit Körper 1 nach dem Stoß. |
| v₂' | v₂ nach Stoß | m/s | Geschwindigkeit Körper 2 nach dem Stoß. |
Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Vollständig elastischer Stoß, gleiche Massen
Zwei Billardkugeln, m₁ = m₂ = 0,17 kg. Vorher: v₁ = 2 m/s, v₂ = 0. Nach dem Stoß bleibt Kugel 1 stehen (v₁' = 0). Was macht Kugel 2?
v₂' = (m₁·v₁ + m₂·v₂ − m₁·v₁') / m₂
= (0,17·2 + 0,17·0 − 0,17·0) / 0,17
= 2 m/sDie volle Geschwindigkeit wird auf Kugel 2 übertragen — das klassische Newton-Pendel-Verhalten.
Beispiel 2 — Unelastischer Stoß (Wagen koppeln)
Wagen 1 (m₁ = 500 kg, v₁ = 4 m/s) rollt auf den stehenden Wagen 2 (m₂ = 1.500 kg, v₂ = 0), beide kuppeln und fahren gemeinsam weiter. Beim vollständig unelastischen Stoß gilt v₁' = v₂'.
Wir setzen v₁' = v₂' = v_gem und nutzen die Erhaltung:
v_gem = (m₁·v₁ + m₂·v₂) / (m₁ + m₂)
= (500·4 + 1.500·0) / (500 + 1.500)
= 2.000 / 2.000
= 1 m/sIm Rechner ergibt sich derselbe Wert, wenn man z. B. v₁' = 1 vorgibt und nach v₂' auflösen lässt — oder umgekehrt.
Beispiel 3 — Frontalstoß, ungleiche Massen
m₁ = 2 kg, v₁ = 3 m/s; m₂ = 1 kg, v₂ = −1 m/s (Gegenrichtung). Nach dem Stoß: v₁' = 1 m/s. Wie schnell ist Körper 2?
v₂' = (m₁·v₁ + m₂·v₂ − m₁·v₁') / m₂
= (2·3 + 1·(−1) − 2·1) / 1
= (6 − 1 − 2) / 1
= 3 m/sBeispiel 4 — Rückstoß
Auf einer reibungsfreien Eisfläche stehen Person (m₁ = 60 kg) und Schlitten (m₂ = 20 kg) zunächst still. Die Person stößt den Schlitten mit v₂' = +5 m/s nach vorne ab. Mit welcher Geschwindigkeit rutscht sie selbst zurück?
v₁' = (m₁·v₁ + m₂·v₂ − m₂·v₂') / m₁
= (0 + 0 − 20·5) / 60
≈ −1,667 m/sNegatives Vorzeichen bestätigt: Person rutscht entgegengesetzt zur Schlittenrichtung.
Beispiel 5 — Auffahrunfall
Pkw (m₁ = 1.200 kg, v₁ = 15 m/s) fährt auf wartenden Pkw (m₂ = 1.000 kg, v₂ = 0) auf. Messung: Vorderfahrzeug schießt mit v₂' = 12 m/s nach vorn weg. Wie schnell ist Auffahrer noch?
v₁' = (m₁·v₁ + m₂·v₂ − m₂·v₂') / m₁
= (1.200·15 + 0 − 1.000·12) / 1.200
= (18.000 − 12.000) / 1.200
= 5 m/s