Induktiver Blindwiderstand
Wechselstromwiderstand einer Spule: X_L = 2π · f · L. Steigt linear mit der Frequenz.
Induktiver Blindwiderstand berechnen
Wechselstromwiderstand einer Spule: X_L = 2π · f · L. Steigt linear mit der Frequenz.
- XL — Induktive Reaktanz
- f — Frequenz
- L — Induktivität
Was ist der induktive Blindwiderstand?
Eine Spule wirkt im Wechselstromkreis wie ein frequenzabhängiger Widerstand: Bei niedrigen Frequenzen lässt sie Strom fast unbehindert passieren, bei hohen sperrt sie. Dieser Widerstand heißt induktive Reaktanz X_L und ist — wie X_C — ein Blindwiderstand: keine Wirkleistung, aber Phasenverschiebung um 90° (Strom hinkt der Spannung nach).
Die Formel
X_L = 2π · f · L
Umstellungen:
f = X_L / (2π · L)
L = X_L / (2π · f)Mit ω = 2π · f auch X_L = ω · L. Spule und Kondensator verhalten sich frequenzabhängig genau entgegengesetzt — Grundlage aller Filter und Resonanzkreise.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| X_L | Induktive Reaktanz | Ω | Wechselstromwiderstand der Spule. |
| f | Frequenz | Hz | Frequenz des Wechselstroms. |
| L | Induktivität | H | Induktivität der Spule. |
Minimal-Beispiel
L = 10 mH, f = 1 kHz:
X_L = 2π · 1.000 · 0,01
≈ 62,8 ΩPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — Netztrafo-Primärspule
L = 5 H, f = 50 Hz:
X_L = 2π · 50 · 5
≈ 1.571 Ω
≈ 1,57 kΩBegrenzt den Magnetisierungsstrom auf wenige hundert mA an 230 V.
Beispiel 2 — Lautsprecher-Schwingspule
L = 0,5 mH, f = 1 kHz:
X_L = 2π · 1.000 · 5 · 10⁻⁴
≈ 3,14 ΩBei 10 kHz bereits 31,4 Ω — typische Hochtonbedämpfung.
Beispiel 3 — Drosselspule im Schaltnetzteil
L = 100 μH, f = 100 kHz:
X_L = 2π · 10⁵ · 10⁻⁴
≈ 62,8 ΩBeispiel 4 — Induktivität aus gemessenem X_L
X_L = 200 Ω bei f = 10 kHz:
L = X_L / (2π · f)
= 200 / (2π · 10.000)
≈ 3,18 · 10⁻³ H
≈ 3,18 mHBeispiel 5 — Frequenz für gegebenen Blindwiderstand
Bei welcher Frequenz hat eine L = 1 mH genau X_L = 100 Ω?
f = X_L / (2π · L)
= 100 / (2π · 10⁻³)
≈ 15.915 Hz
≈ 15,9 kHz