RLC-Parallelimpedanz
Gesamtimpedanz einer RLC-Parallelschaltung: 1 / Z = √((1/R)² + (1/X_L − 1/X_C)²).
RLC-Parallelimpedanz berechnen
Gesamtimpedanz einer RLC-Parallelschaltung: 1 / Z = √((1/R)² + (1/X_L − 1/X_C)²).
Was ist die Impedanz einer RLC-Parallelschaltung?
In der Parallelschaltung liegt an allen drei Bauteilen dieselbe Spannung, aber die Ströme sind phasenverschoben. Statt mit Widerständen rechnet man mit Leitwerten (Kehrwerten): Diese addieren sich vektoriell zur Gesamtadmittanz, die Impedanz ist deren Kehrwert.
In Parallelresonanz (X_L = X_C) wird Z maximal — der Schwingkreis erscheint nach außen hochohmig.
Die Formel
1/Z = √((1/R)² + (1/X_L − 1/X_C)²)
Aufgelöst:
Z = 1 / √((1/R)² + (1/X_L − 1/X_C)²)X_L und X_C sind wieder frequenzabhängig. Bei Parallelresonanz heben sich 1/X_L und 1/X_C auf und Z = R.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| Z | Impedanz | Ω | Gesamtimpedanz der Parallelschaltung. |
| R | Widerstand | Ω | Ohmscher Anteil. |
| X_L | Induktive Reaktanz | Ω | Induktiver Blindwiderstand. |
| X_C | Kapazitive Reaktanz | Ω | Kapazitiver Blindwiderstand. |
Minimal-Beispiel
R = 100 Ω, X_L = 200 Ω, X_C = 50 Ω:
1/Z = √((1/100)² + (1/200 − 1/50)²)
= √(10⁻⁴ + (5 · 10⁻³ − 0,02)²)
= √(10⁻⁴ + (−0,015)²)
= √(10⁻⁴ + 2,25 · 10⁻⁴)
= √(3,25 · 10⁻⁴)
≈ 0,01803
Z ≈ 55,5 ΩPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — Antennenanpasskreis bei Resonanz
R = 10 kΩ (Verlustwiderstand), X_L = X_C = 500 Ω:
1/X_L − 1/X_C = 0
Z = R = 10 kΩGenau bei der Resonanzfrequenz wird die Impedanz maximal — die Quelle „sieht" nur R.
Beispiel 2 — Unterhalb der Resonanzfrequenz
R = 1 kΩ, X_L = 100 Ω, X_C = 1.000 Ω:
1/Z = √((10⁻³)² + (0,01 − 10⁻³)²)
= √(10⁻⁶ + (9 · 10⁻³)²)
= √(10⁻⁶ + 8,1 · 10⁻⁵)
≈ 9,06 · 10⁻³
Z ≈ 110,4 ΩSpule dominiert — die niederohmige Reaktanz bestimmt das Verhalten.
Beispiel 3 — Oberhalb der Resonanzfrequenz
R = 1 kΩ, X_L = 2.000 Ω, X_C = 100 Ω:
1/Z = √((10⁻³)² + (5 · 10⁻⁴ − 0,01)²)
= √(10⁻⁶ + (−9,5 · 10⁻³)²)
= √(10⁻⁶ + 9,025 · 10⁻⁵)
≈ 9,55 · 10⁻³
Z ≈ 104,7 ΩKondensator dominiert.
Beispiel 4 — Schwingkreis mit niedrigem Q
R = 50 Ω, X_L = 100 Ω, X_C = 100 Ω (Resonanz):
Z = R = 50 ΩVerlustwiderstand begrenzt die Resonanzüberhöhung.
Beispiel 5 — Leistungsfaktor-Korrektur
Motor (induktiv) parallel zu Kompensationskondensator: R = 100 Ω, X_L = 80 Ω, X_C = 80 Ω.
1/X_L − 1/X_C = 0
Z = R = 100 ΩGenau in dieser Konstellation arbeitet die Anlage mit cos φ = 1 — das Ziel jeder Blindleistungskompensation.