Beugungsgitter
Lage der Hauptmaxima am optischen Gitter: d · sin(θ) = n · λ. Gitterkonstante d, Beugungsordnung n (ganzzahlig), Winkel θ in Grad.
Beugungsgitter berechnen
Lage der Hauptmaxima am optischen Gitter: d · sin(θ) = n · λ. Gitterkonstante d, Beugungsordnung n (ganzzahlig), Winkel θ in Grad.
- theta — Beugungswinkel
- lambda — Wellenlänge
- d — Gitterkonstante
- n — Ordnung
Was beschreibt das Beugungsgitter?
Ein optisches Gitter besteht aus sehr vielen parallelen Spalten im Abstand d (der Gitterkonstanten). Trifft monochromatisches Licht auf das Gitter, interferieren die Teilwellen — und es bilden sich auf einem dahinterliegenden Schirm scharfe Hauptmaxima:
d · sin(θ) = n · λ
mit der Beugungsordnung n = 0, 1, 2, … Im Unterschied zum Doppelspalt liefern Gitter durch die hohe Spaltzahl extrem scharfe Maxima — Grundlage jeder Spektroskopie, da unterschiedliche Wellenlängen unter unterschiedlichen Winkeln erscheinen.
Die Formel
d · sin(θ) = n · λ
Umstellungen:
θ = arcsin(n · λ / d)
λ = d · sin(θ) / n
d = n · λ / sin(θ)
n = d · sin(θ) / λDie Gitterkonstante d folgt aus der Strichzahl N pro Meter: d = 1 / N. Ein Gitter mit 600 Strichen/mm hat damit d = 1/(600 · 10³ m⁻¹) ≈ 1,667 µm.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| d | Gitterkonstante | m | Abstand zweier benachbarter Spalte. |
| θ | Beugungswinkel | ° | Winkel des n-ten Hauptmaximums zum Lot. |
| n | Ordnung | - | Beugungsordnung (0, 1, 2, …). |
| λ | Wellenlänge | m | Wellenlänge des einfallenden Lichts. |
Minimal-Beispiel
Gitter mit 500 Strichen/mm, grünes Laserlicht λ = 532 nm. Winkel des 1. Maximums?
d = 1 / (500·10³)
= 2,0·10⁻⁶ m
sin(θ) = 1 · 5,32·10⁻⁷ / 2,0·10⁻⁶
≈ 0,266
θ = arcsin(0,266)
≈ 15,4°Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Wellenlänge eines Lasers bestimmen
Ein unbekannter Laser erzeugt am Gitter (1200 Striche/mm) sein 1. Maximum bei θ = 45,6°:
d = 1 / (1200·10³)
≈ 8,333·10⁻⁷ m
λ = d · sin(θ) / n
= 8,333·10⁻⁷ · sin(45,6°) / 1
≈ 8,333·10⁻⁷ · 0,7145
≈ 5,954·10⁻⁷ m
≈ 595 nm (orangegelb)Spricht für eine Niederdruck-Natriumdampflampe (Na-D-Linien bei 589 nm).
Beispiel 2 — Spektrum sichtbar machen
Sichtbares Licht reicht von etwa 380 nm bis 750 nm. Mit einem 600-Striche/mm-Gitter — wie weit spreizt sich die 1. Ordnung?
d = 1 / (600·10³)
≈ 1,667·10⁻⁶ m
θ(380nm) = arcsin(380·10⁻⁹ / 1,667·10⁻⁶)
≈ 13,2°
θ(750nm) = arcsin(750·10⁻⁹ / 1,667·10⁻⁶)
≈ 26,7°
Δθ ≈ 13,5°Diese saubere räumliche Trennung der Farben macht Gitter zum Herzstück jedes Spektrometers.
Beispiel 3 — Maximale beobachtbare Ordnung
Mit demselben Gitter (600 Striche/mm) und λ = 633 nm — wie viele Ordnungen sind überhaupt sichtbar (|sin θ| ≤ 1)?
n_max = d / λ
= 1,667·10⁻⁶ / 6,33·10⁻⁷
≈ 2,63
⇒ Ordnungen 0, ±1, ±2 sichtbarBeispiel 4 — Gitterkonstante einer DVD
Eine handelsübliche DVD-Schicht wirkt wie ein Reflexionsgitter mit etwa 1350 Spuren/mm. Beugungswinkel der 1. Ordnung für grünes Licht (λ = 532 nm)?
d = 1 / (1350·10³)
≈ 7,407·10⁻⁷ m
sin(θ) = 5,32·10⁻⁷ / 7,407·10⁻⁷
≈ 0,7183
θ ≈ 45,9°Der starke Farbschimmer auf der DVD-Unterseite ist gut sichtbare Beugung in der 1. Ordnung.
Beispiel 5 — Hochauflösendes Echelle-Gitter
Ein astronomisches Echelle-Gitter mit 79 Strichen/mm wird in 30. Ordnung betrieben. Welcher Beugungswinkel für die Hα-Linie (656,3 nm)?
d = 1 / (79·10³)
≈ 1,266·10⁻⁵ m
sin(θ) = 30 · 6,563·10⁻⁷ / 1,266·10⁻⁵
≈ 1,556·10⁻¹
Echelle wird typischerweise schräg beleuchtet —
die Gittergleichung lautet dann
d·(sin α + sin β) = n · λ.
Vereinfachte Formel hier nicht streng anwendbar.Hochordnungs-Gitter erreichen sehr feine spektrale Auflösung — ihr Einsatz erfordert allerdings die erweiterte Gittergleichung mit Einfallswinkel α ≠ 0.