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Snelliussches Brechungsgesetz

Brechung von Licht an einer Grenzfläche zweier Medien: n₁ · sin(θ₁) = n₂ · sin(θ₂). Winkel θ in Grad gegen das Lot.

Snelliussches Brechungsgesetz
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Snelliussches Brechungsgesetz berechnen

Brechung von Licht an einer Grenzfläche zweier Medien: n₁ · sin(θ₁) = n₂ · sin(θ₂). Winkel θ in Grad gegen das Lot.

Lösen für
θ = arcsin(n · sin(θ) / n)
-
°
-

Was beschreibt das Snelliussche Brechungsgesetz?

Tritt ein Lichtstrahl schräg von einem Medium in ein anderes über (z. B. Luft → Wasser), ändert er an der Grenzfläche seine Richtung — er wird gebrochen. Der Zusammenhang zwischen Einfalls- und Brechungswinkel hängt nur von den Brechungsindizes der Medien ab:

n₁ · sin(θ₁) = n₂ · sin(θ₂)

Beide Winkel werden gegen das Lot auf der Grenzfläche gemessen. Geht das Licht ins optisch dichtere Medium (n₂ > n₁), wird es zum Lot hin gebrochen — sonst vom Lot weg.

Die Formel

Formel Snelliussches Brechungsgesetz
n₁ · sin(θ₁) = n₂ · sin(θ₂)

Umstellungen:
    θ₂ = arcsin(n₁ · sin(θ₁) / n₂)
    θ₁ = arcsin(n₂ · sin(θ₂) / n₁)
    n₁ = n₂ · sin(θ₂) / sin(θ₁)
    n₂ = n₁ · sin(θ₁) / sin(θ₂)

Typische Brechungsindizes: Luft ≈ 1,000; Wasser ≈ 1,333; Kronglas ≈ 1,52; Diamant ≈ 2,42.

Die Variablen

SymbolBedeutungEinheitErklärung
n₁Brechungsindex 1-Brechungsindex des Mediums, aus dem das Licht kommt.
θ₁Einfallswinkel°Winkel des einfallenden Strahls zum Lot.
n₂Brechungsindex 2-Brechungsindex des Mediums, in das das Licht eintritt.
θ₂Brechungswinkel°Winkel des gebrochenen Strahls zum Lot.

Minimal-Beispiel

Lichtstrahl von Luft (n₁ = 1,00) ins Wasser (n₂ = 1,33), Einfallswinkel 30°:

Rechnung Brechung ins Wasser
sin(θ₂) = 1,00 · sin(30°) / 1,33
        = 0,500 / 1,33
        ≈ 0,376
θ₂      = arcsin(0,376)
        ≈ 22,1°

Der Strahl wird zum Lot hin gebrochen — wie erwartet beim Eintritt ins dichtere Medium.

Praxis-Beispiele

Beispiel 1 — Brille für Weitsichtige

Beim Übergang Luft → Kronglas (n = 1,52) eines Brillenglases mit Einfallswinkel 45°:

Rechnung Brillenglas
sin(θ₂) = 1,00 · sin(45°) / 1,52
        = 0,7071 / 1,52
        ≈ 0,465
θ₂      = arcsin(0,465)
        ≈ 27,7°

Die starke Strahlablenkung an gekrümmten Glasflächen ist Grundlage jeder Brillen- und Kameraoptik.

Beispiel 2 — Strohhalm im Wasserglas

Ein Strohhalm scheint geknickt, weil Licht beim Austritt aus dem Wasser (n = 1,33) gebrochen wird. Tritt ein Strahl aus Wasser mit θ₁ = 20° in Luft aus:

Rechnung Strohhalm-Effekt
sin(θ₂) = 1,33 · sin(20°) / 1,00
        = 1,33 · 0,342
        ≈ 0,455
θ₂      ≈ 27,1°

Das Auge sieht den Strahl, als käme er aus einer flacheren Richtung — der scheinbare Knick entsteht.

Beispiel 3 — Diamantbrillanz

Diamant hat einen sehr hohen Brechungsindex (n = 2,42). Bei θ₁ = 60° (Luft → Diamant):

Rechnung Diamant
sin(θ₂) = 1,00 · sin(60°) / 2,42
        = 0,866 / 2,42
        ≈ 0,358
θ₂      ≈ 20,9°

Die starke Ablenkung und Streuung der Spektralfarben sorgt für das berühmte „Feuer" eines geschliffenen Brillanten.

Beispiel 4 — Unbekannter Brechungsindex bestimmen

Im Praktikum tritt Licht aus Luft (n₁ = 1) in eine Flüssigkeit ein. Gemessen: θ₁ = 50°, θ₂ = 30°. Welcher Brechungsindex hat die Flüssigkeit?

Rechnung Brechungsindex bestimmen
n₂ = n₁ · sin(θ₁) / sin(θ₂)
   = 1 · sin(50°) / sin(30°)
   = 0,766 / 0,500
   ≈ 1,53

Spricht für Glycerin oder ein leichtes Öl.

Beispiel 5 — Faseroptik-Eingangswinkel

Ein Lichtleiter mit Kern-n = 1,48 wird aus Luft beleuchtet. Maximaler Eintrittswinkel, damit der Strahl im Inneren noch totalreflektiert (innerer Grenzwinkel hier 60°):

Rechnung Lichtleiter
innen θ' = 90° − 60° = 30°
sin(θ₁) = n₂ · sin(θ') / n₁
        = 1,48 · sin(30°) / 1,00
        = 0,740
θ₁      ≈ 47,7°

Bis zu diesem Akzeptanzwinkel koppelt die Faser Licht zuverlässig ein.