Harmonische Schwingung
Auslenkung einer ungedämpften harmonischen Schwingung zum Zeitpunkt t: x(t) = A · sin(ω · t + φ).
Harmonische Schwingung berechnen
Auslenkung einer ungedämpften harmonischen Schwingung zum Zeitpunkt t: x(t) = A · sin(ω · t + φ).
- x — Auslenkung
- A — Amplitude
Was ist eine harmonische Schwingung?
Eine harmonische Schwingung ist die einfachste periodische Bewegung: Die rücktreibende Kraft ist linear zur Auslenkung, der Verlauf folgt exakt einer Sinus-Funktion. Federpendel mit kleiner Auslenkung, Stimmgabeln und ideale LC-Schwingkreise schwingen harmonisch.
Die Auslenkung x(t) zur Zeit t lautet:
x(t) = A · sin(ω · t + φ)
A ist die maximale Auslenkung (Amplitude), ω die Kreisfrequenz und φ die Anfangsphase — also die Position der Schwingung zum Zeitpunkt t = 0.
Die Formel
x(t) = A · sin(ω · t + φ)
Aufgelöst:
x = A · sin(ω · t + φ)
A = x / sin(ω · t + φ)Kreisfrequenz und Periodendauer hängen über ω = 2π / T = 2π · f zusammen. Winkel werden im Bogenmaß angegeben — Math.sin rechnet direkt in Radiant.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| x | Auslenkung | m | Momentane Position der schwingenden Masse zum Zeitpunkt t. |
| A | Amplitude | m | Maximale Auslenkung aus der Ruhelage. |
| ω | Kreisfrequenz | rad/s | ω = 2π · f, beschreibt die Winkelgeschwindigkeit. |
| t | Zeit | s | Zeit seit Beginn der Schwingung. |
| φ | Phasenwinkel | rad | Anfangsphase bei t = 0 (im Bogenmaß). |
Minimal-Beispiel
Eine Feder schwingt mit A = 0,05 m, ω = 10 rad/s, φ = 0. Auslenkung bei t = 0,2 s:
x = 0,05 · sin(10 · 0,2 + 0)
= 0,05 · sin(2)
≈ 0,05 · 0,9093
≈ 0,0455 mPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — Stimmgabel a' (440 Hz)
Eine Stimmgabel schwingt mit f = 440 Hz und Amplitude A = 0,2 mm. Position der Zinkenspitze nach 1 ms (φ = 0):
ω = 2π · 440 ≈ 2.764,6 rad/s
x = 0,0002 · sin(2.764,6 · 0,001)
= 0,0002 · sin(2,7646)
≈ 0,0002 · 0,3624
≈ 7,2 · 10⁻⁵ m (≈ 0,072 mm)Beispiel 2 — Federpendel im Labor
Ein Federpendel mit ω = 6,28 rad/s (also f = 1 Hz) und A = 0,1 m wird in der Maximallage losgelassen. Mit φ = π/2 startet die Schwingung im Maximum. Auslenkung nach t = 0,75 s:
x = 0,1 · sin(6,28 · 0,75 + π/2)
= 0,1 · sin(4,71 + 1,5708)
≈ 0,1 · sin(6,2808)
≈ 0,1 · (−0,0024)
≈ −0,00024 mNach 0,75 s ist das Pendel fast wieder am Nulldurchgang — drei Viertel einer Periode T = 1 s sind vergangen.
Beispiel 3 — Amplitude rückrechnen
Bei einer Schwingung mit ω = 50 rad/s und φ = 0 wurde zum Zeitpunkt t = 0,025 s eine Auslenkung von x = 0,018 m gemessen. Welche Amplitude hat die Schwingung?
A = x / sin(ω · t + φ)
= 0,018 / sin(50 · 0,025)
= 0,018 / sin(1,25)
≈ 0,018 / 0,9490
≈ 0,01897 m (≈ 19 mm)Beispiel 4 — Wechselspannung als harmonische Schwingung
Eine Steckdose liefert U(t) = 325 · sin(2π · 50 · t) V (Scheitelwert 325 V, 50 Hz). Spannungswert nach 2 ms:
U = 325 · sin(2π · 50 · 0,002)
= 325 · sin(0,6283)
≈ 325 · 0,5878
≈ 191 V