LC-Resonanzfrequenz
Eigenfrequenz eines idealen LC-Schwingkreises (Thomsonsche Schwingungsgleichung): f₀ = 1 / (2π · √(L · C)).
LC-Resonanzfrequenz berechnen
Eigenfrequenz eines idealen LC-Schwingkreises (Thomsonsche Schwingungsgleichung): f₀ = 1 / (2π · √(L · C)).
- f0 — Resonanzfrequenz
- L — Induktivität
- C — Kapazität
Was ist ein LC-Schwingkreis?
Ein LC-Schwingkreis ist die elektrische Entsprechung des Federpendels: Eine Spule (Induktivität L) und ein Kondensator (Kapazität C) tauschen ihre Energie periodisch aus — magnetisches Feld in der Spule, elektrisches Feld im Kondensator. Wird der Kreis ohne Widerstand angenommen, schwingt er ungedämpft mit der Resonanzfrequenz:
f₀ = 1 / (2π · √(L · C))
Diese Beziehung heißt Thomsonsche Schwingungsgleichung und ist die Grundlage jeder Funkschaltung, jedes Resonanzfilters und jedes Quarzoszillators.
Die Formel
f₀ = 1 / (2π · √(L · C))
Aufgelöst:
f₀ = 1 / (2π · √(L · C))
L = 1 / ((2π · f₀)² · C)
C = 1 / ((2π · f₀)² · L)L wird in Henry (H) angegeben, C in Farad (F). Reale Werte sind oft sehr klein (μH, nH, pF, nF) — beim Eingeben unbedingt in SI-Einheiten umrechnen.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| f₀ | Resonanzfrequenz | Hz | Eigenfrequenz, bei der der Kreis ungedämpft schwingt. |
| L | Induktivität | H | Induktivität der Spule. |
| C | Kapazität | F | Kapazität des Kondensators. |
Minimal-Beispiel
L = 1 mH, C = 1 μF:
f₀ = 1 / (2π · √(10⁻³ · 10⁻⁶))
= 1 / (2π · √(10⁻⁹))
= 1 / (2π · 3,162 · 10⁻⁵)
≈ 1 / 1,987 · 10⁻⁴
≈ 5.033 HzPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — UKW-Empfänger
Ein Schwingkreis im UKW-Bereich (95 MHz) verwendet eine Luftspule mit L = 0,1 μH. Welche Kapazität ist nötig?
C = 1 / ((2π · f₀)² · L)
= 1 / ((2π · 95 · 10⁶)² · 10⁻⁷)
= 1 / (3,562 · 10¹⁷ · 10⁻⁷)
= 1 / 3,562 · 10¹⁰
≈ 28,07 · 10⁻¹² F
≈ 28 pFEin Drehkondensator mit ca. 28 pF ist klassisches UKW-Tuner-Material.
Beispiel 2 — Mittelwellen-Sender (1.000 kHz)
L = 200 μH ist gegeben. Welche Kapazität braucht es für f₀ = 1.000 kHz?
C = 1 / ((2π · 10⁶)² · 2 · 10⁻⁴)
= 1 / (3,948 · 10¹³ · 2 · 10⁻⁴)
= 1 / 7,896 · 10⁹
≈ 1,266 · 10⁻¹⁰ F
≈ 127 pFBeispiel 3 — Resonanzfilter im Audio-Bereich
Ein Tiefpass-Resonator soll bei 1 kHz spitzen. Bei L = 10 mH gilt:
C = 1 / ((2π · 10³)² · 10⁻²)
= 1 / (3,948 · 10⁷ · 10⁻²)
= 1 / 3,948 · 10⁵
≈ 2,533 · 10⁻⁶ F
≈ 2,53 μFBeispiel 4 — Spule rückrechnen
In einem fertigen Sender ist C = 47 pF verbaut, die Resonanz liegt bei f₀ = 27,12 MHz (CB-Funk). Welche Induktivität hat die Spule?
L = 1 / ((2π · f₀)² · C)
= 1 / ((2π · 27,12 · 10⁶)² · 47 · 10⁻¹²)
= 1 / (2,904 · 10¹⁶ · 47 · 10⁻¹²)
= 1 / 1,365 · 10⁶
≈ 7,33 · 10⁻⁷ H
≈ 0,73 μHBeispiel 5 — Sehr niederfrequenter Schwingkreis
Mit L = 1 H und C = 1.000 μF — Werte, wie sie in Energietechnik-Demonstrationen vorkommen:
f₀ = 1 / (2π · √(1 · 10⁻³))
= 1 / (2π · 0,03162)
≈ 1 / 0,1987
≈ 5,03 Hz5 Hz lässt sich sogar auf einem analogen Oszilloskop direkt mit einer Glühlampe als Indikator sichtbar machen.