Schwebungsfrequenz
Bei Überlagerung zweier harmonischer Schwingungen mit benachbarten Frequenzen entsteht eine Schwebung mit f_s = |f₁ − f₂|.
Schwebungsfrequenz berechnen
Bei Überlagerung zweier harmonischer Schwingungen mit benachbarten Frequenzen entsteht eine Schwebung mit f_s = |f₁ − f₂|.
- fs — Schwebungsfrequenz
- f1 — Frequenz 1
- f2 — Frequenz 2
Was ist eine Schwebung?
Überlagert man zwei Schwingungen mit eng benachbarten Frequenzen f₁ und f₂, entsteht eine Gesamtschwingung, deren Amplitude periodisch an- und abschwillt. Diese Lautstärke-Pulsation heißt Schwebung. Die Frequenz, mit der die Lautstärke pulsiert, ist die Schwebungsfrequenz:
fs = |f₁ − f₂|
Klassische Anwendung: Beim Stimmen von Instrumenten verschwindet die hörbare Schwebung mit der Referenz, sobald beide Töne exakt gleich hoch sind — fs = 0.
Die Formel
fs = |f₁ − f₂|
Aufgelöst:
fs = |f₁ − f₂|
f₁ = f₂ + fs
f₂ = f₁ − fsDie mittlere hörbare Tonhöhe entspricht (f₁ + f₂) / 2 — die Schwebung liefert nur die langsame Hüllkurven-Pulsation darüber.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| fs | Schwebungsfrequenz | Hz | Anzahl der Lautstärke-Pulse pro Sekunde. |
| f₁ | Frequenz 1 | Hz | Erste Einzelfrequenz der Überlagerung. |
| f₂ | Frequenz 2 | Hz | Zweite Einzelfrequenz der Überlagerung. |
Minimal-Beispiel
f₁ = 442 Hz, f₂ = 440 Hz:
fs = |442 − 440|
= 2 HzMan hört zwei Lautstärke-Maxima pro Sekunde.
Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Klavier stimmen
Der Stimmer schlägt das Kammerton-a (440 Hz) und die Klaviersaite parallel an. Es ergibt sich eine hörbare Schwebung mit 3 Pulsen pro Sekunde. Welche Frequenzen sind möglich?
Wenn die Saite zu hoch ist:
f₁ = 440 + 3 = 443 Hz
Wenn die Saite zu tief ist:
f₂ = 440 − 3 = 437 HzDer Stimmer dreht den Wirbel und hört, ob die Schwebung schneller (weiter weg) oder langsamer (näher dran) wird.
Beispiel 2 — Gitarre Saite gegen Saite
Die A-Saite (110 Hz) im 5. Bund liefert ein D, das mit der leeren D-Saite (146,8 Hz) verglichen wird. Wenn die leere Saite tatsächlich nur 145,5 Hz hat:
Bund-Ton: f₁ = 146,8 Hz
Leere Saite: f₂ = 145,5 Hz
fs = |146,8 − 145,5|
= 1,3 HzEtwa 1,3 Pulse pro Sekunde — gut hörbar, leicht nachstimmbar.
Beispiel 3 — Zwei Stimmgabeln
Eine Stimmgabel hat 440 Hz, eine zweite ist als „440 Hz, ±5 Hz" deklariert. Du hörst eine Schwebung mit fs = 4 Hz. Welche Frequenz hat die zweite Stimmgabel?
f₂ = 440 + 4 = 444 Hz (oder)
f₂ = 440 − 4 = 436 HzWelcher Fall zutrifft, klärt sich durch leichtes Belasten der Zinken: macht das Gewicht die Schwebung schneller, war die Gabel tiefer.
Beispiel 4 — Schwebung in der Funktechnik
Ein Heterodyn-Empfänger mischt das Antennensignal f₁ = 100,3 MHz mit einer lokalen Oszillator-Frequenz f₂ = 100,0 MHz. Welche Zwischenfrequenz entsteht?
fs = |100,3 − 100,0| MHz
= 0,3 MHz
= 300 kHzDiese Zwischenfrequenz lässt sich elektrisch viel einfacher verarbeiten als die ursprünglichen 100 MHz.
Beispiel 5 — Schwebung bei zwei Lautsprechern
Zwei Lautsprecher spielen 1.000 Hz und 1.007 Hz. Wie schnell pulsiert die Lautstärke an einem Ort, an dem sich beide Wellen überlagern?
fs = |1.007 − 1.000|
= 7 HzBei 7 Hz hört man ein deutliches „Wummern" — typische Wahrnehmungsschwelle für Schwebungen.