Wärmestrom (Wärmeleitung)
Stationärer Wärmestrom durch eine ebene Wand: Q̇ = λ · A · ΔT / d (Fouriersches Gesetz).
Wärmestrom (Wärmeleitung) berechnen
Stationärer Wärmestrom durch eine ebene Wand: Q̇ = λ · A · ΔT / d (Fouriersches Gesetz).
- Qdot — Wärmestrom
- lambda — Wärmeleitfähigkeit
- A — Fläche
- dT — Temperaturdifferenz
- d — Wanddicke
Was ist der Wärmestrom?
Der Wärmestrom Q̇ (Q-Punkt) beschreibt die pro Sekunde durch eine Wand geleitete Wärme — Einheit Watt. Bei einer planen, homogenen Schicht gilt das Fouriersche Gesetz: Q̇ = λ · A · ΔT / d.
Je höher die Wärmeleitfähigkeit λ (z. B. Metall) und je größer die Temperaturdifferenz ΔT, desto stärker der Wärmestrom. Je dicker die Schicht d, desto kleiner der Strom — Dämmung wirkt direkt linear.
Typische λ-Werte: Mineralwolle 0,035 W/(m·K), Holz 0,15, Vollziegel 0,5, Beton 2,1, Stahl 50, Kupfer 380.
Die Formel
Q̇ = λ · A · ΔT / d
Umstellungen:
λ = Q̇ · d / (A · ΔT)
A = Q̇ · d / (λ · ΔT)
ΔT = Q̇ · d / (λ · A)
d = λ · A · ΔT / Q̇Stationär = zeitlich konstant. Dynamische Effekte (Speicherwärme der Wand) sind nicht abgebildet.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| Q̇ | Wärmestrom | W | Wärmeleistung durch die Wand. |
| λ | Wärmeleitfähigkeit | W/(m·K) | Materialkonstante. |
| A | Fläche | m² | Durchströmte Querschnittsfläche. |
| ΔT | Temperaturdifferenz | K | Differenz zwischen den Wandseiten. |
| d | Wanddicke | m | Dicke der homogenen Schicht. |
Minimal-Beispiel
Eine 20 cm dicke Vollziegelwand (λ = 0,5 W/(m·K)), 10 m² Fläche, Temperaturdifferenz 20 K.
Q̇ = λ · A · ΔT / d
= 0,5 · 10 · 20 / 0,20
= 500 WPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — Außenwand-Verlust im Winter
Eine 36,5 cm dicke Vollziegel-Außenwand mit 25 m² Fläche bei Innen 20 °C, Außen −5 °C (ΔT = 25 K).
Q̇ = 0,5 · 25 · 25 / 0,365
≈ 856 WMit 14 cm WDVS (λ = 0,035) zusätzlich vorgesetzt sinkt der Verlust deutlich (siehe Beispiel 2).
Beispiel 2 — Gedämmte Wand vergleichen
Gleiche Wand, aber mit 14 cm Dämmschicht außen davor. Vereinfacht als Reihenschaltung (Gesamt R = R_Ziegel + R_Dämmung):
R_Ziegel = d/λ = 0,365 / 0,5 = 0,73 m²·K/W
R_Dämm = 0,14 / 0,035 = 4,00 m²·K/W
R_ges = 4,73 m²·K/W
Q̇ = A · ΔT / R_ges
= 25 · 25 / 4,73
≈ 132,1 WÜber 6× weniger Wärmestrom durch die Dämmschicht.
Beispiel 3 — Kühlraum-Boden
Ein Tiefkühllager (−25 °C) steht auf 20 cm Betonboden über 5 °C Erdreich. Fläche 60 m².
Q̇ = 2,1 · 60 · 30 / 0,20
= 18 900 W
≈ 18,9 kW KälteverlustKonsequenz: zwingend Dämmschicht unter den Boden — sonst wird das Erdreich unter dem Lager irgendwann auch frieren.
Beispiel 4 — Heizungsrohr verliert Wärme
Ein 1 m langes, ungedämmtes Stahlrohr DN50 (Außenfläche ≈ 0,189 m²) mit 70 °C Heizungswasser steht in einem 15 °C Keller. Die Rohrwand ist nur 3 mm dick (λ_Stahl = 50).
Q̇ = 50 · 0,189 · 55 / 0,003
≈ 173 250 WAchtung: der Wert ist unrealistisch hoch — in der Praxis limitiert der Wärmeübergangswiderstand außen (α ≈ 10 W/(m²·K)) auf ca. 100 W. Die reine Wärmeleitung durch Stahl ist nie der Engpass.
Beispiel 5 — Fenster (Einfachverglasung)
Eine alte 4 mm Einfachverglasung (λ_Glas = 1,0 W/(m·K)), 2 m² Fenster, Δ T = 25 K.
Q̇ = 1,0 · 2 · 25 / 0,004
= 12 500 WAuch hier dominieren real die Wärmeübergänge — der U-Wert eines Einfachfensters liegt bei ca. 5,8 W/(m²·K), entsprechend 290 W Verlust. Die Formel zeigt: dünne, gut leitende Schichten brauchen die Übergangs-Modellierung.