Beugung am Einzelspalt
Lage der Minima beim Einzelspalt: a · sin(θ) = m · λ mit m = 1, 2, 3, … Winkel θ in Grad. Liefert die typische Beugungsfigur monochromatischen Lichts.
Beugung am Einzelspalt berechnen
Lage der Minima beim Einzelspalt: a · sin(θ) = m · λ mit m = 1, 2, 3, … Winkel θ in Grad. Liefert die typische Beugungsfigur monochromatischen Lichts.
- theta — Beugungswinkel
- lambda — Wellenlänge
- a — Spaltbreite
- m — Ordnung
Was beschreibt die Einzelspalt-Beugung?
Trifft eine ebene Welle (z. B. Laserlicht) auf einen schmalen Spalt der Breite a, breitet sie sich dahinter fächerförmig aus. Auf einem Schirm entsteht ein Beugungsmuster mit zentralem Hauptmaximum und mehreren Nebenmaxima. Die Minima (dunkle Streifen) liegen bei:
a · sin(θ) = m · λ mit m = 1, 2, 3, …
Je schmaler der Spalt, desto breiter das Beugungsmuster — Welleneigenschaft des Lichts pur.
Die Formel
a · sin(θ) = m · λ
Umstellungen:
θ = arcsin(m · λ / a)
λ = a · sin(θ) / m
a = m · λ / sin(θ)
m = a · sin(θ) / λBeachte: Das zentrale Maximum liegt bei θ = 0 und ist doppelt so breit wie die übrigen Nebenmaxima. Die Formel gilt für Fraunhofer-Beugung (Schirm im Fernfeld).
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| a | Spaltbreite | m | Breite des einzelnen Spalts. |
| θ | Beugungswinkel | ° | Winkel zum m-ten Minimum. |
| m | Ordnung | - | Ordnung des Minimums (1, 2, 3, …). |
| λ | Wellenlänge | m | Wellenlänge des einfallenden Lichts. |
Minimal-Beispiel
Roter Laser (λ = 650 nm), Spaltbreite a = 0,1 mm, 1. Minimum:
sin(θ) = 1 · 650·10⁻⁹ / 1,0·10⁻⁴
= 6,5·10⁻³
θ = arcsin(0,0065)
≈ 0,372°Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Spaltbreite aus Schirmabstand
Auf einem Schirm in 2 m Entfernung liegt das 1. Minimum 13 mm neben dem Hauptmaximum. Welche Spaltbreite hat das Hindernis (λ = 633 nm, He-Ne-Laser)?
tan(θ) ≈ sin(θ) = 0,013 / 2 = 0,0065
a = 1 · 633·10⁻⁹ / 0,0065
≈ 9,74·10⁻⁵ m
≈ 0,097 mmBeispiel 2 — Breite des zentralen Maximums
Bei einem Spalt mit a = 0,2 mm und λ = 500 nm — wie breit ist das zentrale Maximum auf einem 1,5 m entfernten Schirm? (Abstand zwischen den beiden 1. Minima.)
sin(θ₁) = 500·10⁻⁹ / 2·10⁻⁴ = 2,5·10⁻³
y₁ = 1,5 · 2,5·10⁻³ ≈ 3,75 mm
Gesamt ≈ 2 · 3,75 mm = 7,5 mmBeispiel 3 — Mehrere Minima sichtbar?
Wie viele Minima sind bei λ = 633 nm und a = 1 µm überhaupt physikalisch möglich? (Bedingung |sin θ| ≤ 1.)
m_max = a / λ
= 1·10⁻⁶ / 6,33·10⁻⁷
≈ 1,58
⇒ nur m = 1 sichtbarBeim sehr schmalen Spalt verschwinden die Nebenmaxima fast vollständig.
Beispiel 4 — Wellenlänge aus Beugung bestimmen
Ein unbekannter Laser erzeugt am Spalt (a = 0,05 mm) das 2. Minimum bei θ = 1,45°.
λ = a · sin(θ) / m
= 5·10⁻⁵ · sin(1,45°) / 2
= 5·10⁻⁵ · 0,0253 / 2
≈ 6,33·10⁻⁷ m
≈ 633 nmKlassischer He-Ne-Laser.
Beispiel 5 — Schalldämpfer als „Einzelspalt"
Eine 343-Hz-Schallwelle (λ ≈ 1 m) trifft auf eine 0,8 m breite Türöffnung. Bei welchem Winkel liegt das 1. Minimum?
sin(θ) = 1 · 1,0 / 0,8 = 1,25
⇒ kein reelles MinimumBei λ > a tritt überhaupt kein Minimum auf — die Welle wird in alle Richtungen gleichmäßig gestreut. Genau deshalb wirkt eine kleine Tür für tiefe Frequenzen wie eine omnidirektionale Quelle.