/ Wellen & Schall

Schwebungsfrequenz (Akustik)

Überlagert man zwei Schallwellen mit benachbarten Frequenzen, entsteht eine hörbare Schwebung mit fs = |f₁ − f₂|.

Schwebungsfrequenz (Akustik)
01 · Eingabe

Schwebungsfrequenz (Akustik) berechnen

Überlagert man zwei Schallwellen mit benachbarten Frequenzen, entsteht eine hörbare Schwebung mit fs = |f₁ − f₂|.

Lösen für
fs = |f f|
Hz
Hz

Was ist eine akustische Schwebung?

Überlagert man zwei Schallwellen mit eng benachbarten Frequenzen f₁ und f₂, schwankt die Amplitude des Mischsignals periodisch — die Lautstärke pulsiert. Diese Pulsationsfrequenz heißt Schwebungsfrequenz:

fs = |f₁ − f₂|

Die mittlere Tonhöhe entspricht (f₁ + f₂) / 2; die Schwebung legt sich als langsame Hüllkurve darüber. Sind beide Töne gleich, verschwindet die Schwebung (fs = 0) — der wichtigste Trick beim Stimmen von Instrumenten.

Die Formel

Formel Schwebung
fs = |f₁ − f₂|

Umstellungen:
    f₁ = f₂ + fs
    f₂ = f₁ − fs

Ab etwa fs ≈ 20 Hz nimmt das Ohr die Schwebung nicht mehr als Pulsation, sondern als Rauigkeit oder eigenen Differenzton wahr.

Die Variablen

SymbolBedeutungEinheitErklärung
fsSchwebungsfrequenzHzAnzahl der Lautstärke-Maxima pro Sekunde.
f₁Frequenz 1HzErste Einzelfrequenz der Überlagerung.
f₂Frequenz 2HzZweite Einzelfrequenz der Überlagerung.

Minimal-Beispiel

f₁ = 442 Hz, f₂ = 440 Hz:

Rechnung 2 Hz Schwebung
fs = |442 − 440|
   = 2 Hz

Praxis-Beispiele

Beispiel 1 — Kammerton mit Stimmgerät

Der Stimmer schlägt die A-Saite gegen ein Stimmgerät (440 Hz) und zählt 5 Pulse pro Sekunde.

Rechnung Stimmen
Möglichkeiten:
    f₁ = 440 + 5 = 445 Hz  (zu hoch)
    f₁ = 440 − 5 = 435 Hz  (zu tief)

Welche Richtung stimmt, ergibt eine leichte Probespannung am Wirbel.

Beispiel 2 — Zwei Orgelpfeifen im Schwebungs-Effekt

Zwei Pfeifen sind absichtlich 1,5 Hz auseinander gestimmt, um den Klang „voller" zu machen (Schwebungsregister).

Rechnung Schwebungsregister
f₁ = 440 Hz
f₂ = 441,5 Hz
fs = 1,5 Hz

Pro Sekunde 1,5 Lautstärkepulse — typisches Vox-Celeste-Register.

Beispiel 3 — Heterodynempfänger

Ein Funksignal mit 100,3 MHz wird mit einer Lokaloszillator-Frequenz von 100,0 MHz gemischt.

Rechnung Heterodyn
fs = |100,3 − 100,0| MHz
   = 0,3 MHz
   = 300 kHz

Diese Zwischenfrequenz lässt sich elektronisch leichter weiterverarbeiten als das Originalsignal.

Beispiel 4 — Verstimmte Gitarrensaiten

Die D-Saite einer Gitarre soll 146,8 Hz haben, klingt aber leicht zu hoch. Schwebung mit der A-Saite (5. Bund = 146,8 Hz) zeigt 2 Hz.

Rechnung Gitarre
Wenn D zu hoch:
    f_D = 146,8 + 2 = 148,8 Hz
Wenn D zu tief:
    f_D = 146,8 − 2 = 144,8 Hz

Beispiel 5 — Schwebung zwischen zwei Lautsprechern

Zwei PA-Tops geben einen Sinuston mit 1.000 Hz und 1.004 Hz wieder. Wie pulsiert das überlagerte Signal vor der Bühne?

Rechnung PA-Test
fs = |1.004 − 1.000| = 4 Hz

4 Hz erzeugt ein deutlich hörbares „Wabern" — typischer Test, ob beide Endstufen synchron laufen.