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Stehende Welle offenes Rohr (Oberton)

n-te Harmonische eines beidseitig offenen Rohrs: fₙ = n · v / (2 · L) mit n = 1, 2, 3, … Sowohl gerade als auch ungerade Vielfache des Grundtons sind möglich.

Stehende Welle — offenes Rohr (Oberton)
01 · Eingabe

Stehende Welle — offenes Rohr (Oberton) berechnen

n-te Harmonische eines beidseitig offenen Rohrs: fₙ = n · v / (2 · L) mit n = 1, 2, 3, … Sowohl gerade als auch ungerade Vielfache des Grundtons sind möglich.

Lösen für
fn = n · v / (2 · L)
-
m/s
m

Welche Obertöne hat ein offenes Rohr?

In einem beidseitig offenen Rohr passen alle ganzzahligen Vielfachen der halben Wellenlänge — Grundton, doppelter Grundton (Oktave), dreifacher (Oktave + Quinte) usw.:

fₙ = n · v / (2 · L) mit n = 1, 2, 3, …

Damit liegt das vollständige harmonische Spektrum vor — eines der Markenzeichen offener Pfeifen. Beim einseitig geschlossenen Rohr fehlen dagegen die geraden Vielfachen (siehe „Stehende Welle — geschlossenes Rohr").

Die Formel

Formel Offenes Rohr — Oberton
fn = n · v / (2 · L)

Umstellungen:
    n = fn · 2 · L / v
    v = fn · 2 · L / n
    L = n · v / (2 · fn)

Mit n = 1 ist das identisch zum Grundton, n = 2 ist die Oktave, n = 3 die Oktave + Quinte (Duodezime), n = 4 die Doppeloktave usw.

Die Variablen

SymbolBedeutungEinheitErklärung
fnFrequenz n-ter HarmonischerHzFrequenz der n-ten Harmonischen.
nHarmonische-Ordnung (1, 2, 3, …).
vSchallgeschwindigkeitm/sSchallgeschwindigkeit im Rohr.
LRohrlängemLänge des Rohres.

Minimal-Beispiel

L = 1 m, v = 343 m/s, n = 3:

Rechnung 3. Harmonische
fn = 3 · 343 / (2 · 1)
   = 1029 / 2
   ≈ 514,5 Hz

Praxis-Beispiele

Beispiel 1 — Querflöte überbläst zur Oktave

Eine Querflöte mit Grundton 523 Hz (c″) wird stärker angeblasen. Welche Frequenz erklingt als 2. Harmonische?

Rechnung Überblasen
f₂ = 2 · f₁ = 2 · 523 = 1046 Hz

Das ist c‴ — die Oktave drüber. Klassisches Verhalten offener Rohre.

Beispiel 2 — Orgelpfeife im Mixturregister

Eine offene Pfeife mit f₁ = 200 Hz erzeugt ihre ersten fünf Harmonischen — wo liegen sie?

Rechnung Mixtur
f₁ = 200 Hz
f₂ = 400 Hz   (Oktave)
f₃ = 600 Hz   (Duodezime)
f₄ = 800 Hz   (Doppeloktave)
f₅ = 1000 Hz  (große Terz darüber)

Genau dieses Spektrum prägt den vollen Klang der offenen Prinzipalpfeifen.

Beispiel 3 — Welche Oktave wird angeblasen?

In einer 60 cm langen offenen Pfeife wird ein Ton mit 1.430 Hz gemessen. Welche Harmonische ist das?

Rechnung Harmonische bestimmen
n = fn · 2 · L / v
  = 1430 · 1,2 / 343
  ≈ 5,0

Es handelt sich um die 5. Harmonische.

Beispiel 4 — Trompete als näherungsweise offenes Rohr

Eine ausgezogene Trompete hat eine effektive Länge von 1,38 m. Welche Frequenzen liegen für n = 2, 3, 4 (Naturtonreihe ohne Ventile)?

Rechnung Naturtonreihe
f₂ = 2 · 343 / (2 · 1,38) ≈ 248,6 Hz   (≈ h)
f₃ = 3 · 343 / (2 · 1,38) ≈ 372,8 Hz   (≈ fis')
f₄ = 4 · 343 / (2 · 1,38) ≈ 497,1 Hz   (≈ h')

Die idealen Naturtöne weichen leicht von der gleichstufigen Stimmung ab.

Beispiel 5 — Länge aus Ober­ton bestimmen

In einer offenen Pfeife wird die 4. Harmonische bei 800 Hz gemessen.

Rechnung Länge
L = n · v / (2 · fn)
  = 4 · 343 / (2 · 800)
  = 1372 / 1600
  ≈ 0,858 m