Inzuchtkoeffizient
Inzuchtkoeffizient F als Abweichung der beobachteten Heterozygotie von der erwarteten: F = 1 − Hobs / Hexp. F = 0 entspricht Hardy-Weinberg, F = 1 vollständiger Inzucht.
Inzuchtkoeffizient berechnen
Inzuchtkoeffizient F als Abweichung der beobachteten Heterozygotie von der erwarteten: F = 1 − Hobs / Hexp. F = 0 entspricht Hardy-Weinberg, F = 1 vollständiger Inzucht.
- F — Inzuchtkoeffizient
- Hobs — Beobachtete Heterozygotie
- Hexp — Erwartete Heterozygotie
Worum geht es?
Der Inzuchtkoeffizient F nach Wright misst, wie stark die beobachtete Heterozygotie Hobs gegenüber der unter Hardy-Weinberg erwarteten Heterozygotie Hexp = 2pq reduziert ist:
F = 1 − Hobs / Hexp
F = 0 bedeutet zufällige Paarung (Hardy-Weinberg), F = 1 vollständige Inzucht (keine Heterozygoten). Negative F-Werte deuten auf einen Heterozygotenüberschuss hin — etwa durch negative Assortativität oder ausgleichende Selektion.
Die Formel
F = 1 − Hobs / Hexp
Umstellungen:
Hobs = (1 − F) · Hexp
Hexp = Hobs / (1 − F)Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| F | Inzuchtkoeffizient | — | 0 = keine Inzucht, 1 = vollständige Inzucht. |
| Hobs | Beobachtete Heterozygotie | — | Tatsächlicher Heterozygoten-Anteil in der Stichprobe. |
| Hexp | Erwartete Heterozygotie | — | Erwarteter Anteil 2pq aus den Allelfrequenzen nach Hardy-Weinberg. |
Minimal-Beispiel
Hobs = 0,32, Hexp = 0,42.
F = 1 − Hobs / Hexp
= 1 − 0,32 / 0,42
≈ 1 − 0,7619
≈ 0,2381Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Schwache Inzucht in Wildpopulation
Eine Populationsstudie liefert Hobs = 0,48 bei Hexp = 0,50.
F = 1 − 0,48 / 0,50
= 1 − 0,96
= 0,04Beispiel 2 — Erhaltungszucht im Zoo
In einer kleinen Erhaltungszucht beträgt Hobs = 0,18, Hexp = 0,45.
F = 1 − 0,18 / 0,45
= 1 − 0,4
= 0,6Beispiel 3 — Hobs aus F rückrechnen
Aus F = 0,25 und Hexp = 0,5 folgt die zu erwartende beobachtete Heterozygotie.
Hobs = (1 − F) · Hexp
= 0,75 · 0,5
= 0,375