Heritabilität
Heritabilität (im weiteren Sinne) als Anteil der genetischen Varianz an der phänotypischen Gesamtvarianz: h² = VG / VP.
Heritabilität berechnen
Heritabilität (im weiteren Sinne) als Anteil der genetischen Varianz an der phänotypischen Gesamtvarianz: h² = VG / VP.
- h2 — Heritabilität
- VG — Genetische Varianz
- VP — Phänotypische Varianz
Worum geht es?
Die Heritabilität im weiteren Sinne h² beschreibt, welcher Anteil der beobachteten phänotypischen Varianz VP in einer Population auf genetische Unterschiede VG zurückgeht:
h² = VG / VP
Sie liegt zwischen 0 (keine genetische Komponente) und 1 (Varianz ausschließlich genetisch bedingt) und ist immer populationsspezifisch — h² beschreibt eine Gruppe, nicht ein Individuum.
Die Formel
h2 = VG / VP
Umstellungen:
VG = h2 · VP
VP = VG / h2Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| h² | Heritabilität | — | Anteil der genetischen Varianz (0 … 1). |
| VG | Genetische Varianz | — | Varianzanteil durch genetische Unterschiede. |
| VP | Phänotypische Varianz | — | Gesamtvarianz des Merkmals in der Population. |
Minimal-Beispiel
In einer Tierpopulation gilt VG = 8 und VP = 20:
h² = 8 / 20
= 0,4Rund 40 % der Variation des Merkmals sind genetisch bedingt.
Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Körpergröße beim Menschen
Zwillingsstudien liefern typischerweise Werte um h² ≈ 0,8. Mit VP = 50 cm² folgt:
VG = 0,8 · 50 = 40 cm²Beispiel 2 — Milchleistung beim Rind
Eine Herdenauswertung liefert VG = 120 und VP = 480:
h² = 120 / 480 = 0,25Nur ein Viertel der Variation in der Milchleistung ist genetisch — Fütterung und Haltung dominieren.
Beispiel 3 — Rückrechnung von VP
Aus h² = 0,6 und VG = 18 folgt:
VP = 18 / 0,6 = 30