Leitungsgeschwindigkeit (myelinisiert)
Faustformel für myelinisierte Nervenfasern: v ≈ 6 · d. Verknüpft Faserdurchmesser in µm direkt mit der Nervenleitungsgeschwindigkeit in m/s.
Leitungsgeschwindigkeit (myelinisiert) berechnen
Faustformel für myelinisierte Nervenfasern: v ≈ 6 · d. Verknüpft Faserdurchmesser in µm direkt mit der Nervenleitungsgeschwindigkeit in m/s.
- v — Leitungsgeschwindigkeit
- d — Faserdurchmesser
Worum geht es?
Myelinisierte Nervenfasern leiten Aktionspotenziale saltatorisch von Schnürring zu Schnürring. Empirisch zeigt sich für Säugerfasern eine lineare Abhängigkeit zwischen Faserdurchmesser d (in µm) und Leitungsgeschwindigkeit v (in m/s).
Die klassische Faustformel v ≈ 6 · d trifft typische Aα-Motoneurone gut. Bei dünnen B- oder C-Fasern wird der Faktor kleiner; bei sehr dicken Säugerfasern liegt er zwischen 4,5 und 6.
Die Formel
v = 6 · d
Umstellung:
d = v / 6Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| v | Leitungsgeschwindigkeit | m/s | Geschwindigkeit der Erregungsleitung. |
| d | Faserdurchmesser | µm | Außendurchmesser der myelinisierten Faser. |
Minimal-Beispiel
Faserdurchmesser 15 µm:
v = 6 · d
= 6 · 15
= 90 m/sPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — Schule: Aα-Motoneuron
Ein Aα-Motoneuron des Menschen hat einen Durchmesser von rund 13 µm.
v = 6 · 13
= 78 m/sBeispiel 2 — Labor: Aβ-Hautafferenz
Mechanorezeptive Aβ-Fasern haben typischerweise 8 µm Durchmesser.
v = 6 · 8
= 48 m/sBeispiel 3 — Rückwärts: Durchmesser aus EMG-Messung
In einer Nervenleitgeschwindigkeitsmessung wurden 54 m/s ermittelt.
d = v / 6
= 54 / 6
= 9 µm