Reizstärke-Frequenz-Beziehung
Sättigende Reiz-Antwort-Kennlinie: f = fmax · I / (I + Ihalf). Verknüpft Reizstärke mit Aktionspotenzialfrequenz wie eine Michaelis-Menten-Kinetik.
Reizstärke-Frequenz-Beziehung berechnen
Sättigende Reiz-Antwort-Kennlinie: f = fmax · I / (I + Ihalf). Verknüpft Reizstärke mit Aktionspotenzialfrequenz wie eine Michaelis-Menten-Kinetik.
- f — Impulsfrequenz
- fmax — Maximalfrequenz
- I — Reizstärke
- Ihalf — Halbsättigungsreiz
Worum geht es?
Sensorische Neurone codieren die Reizstärke nicht über die Amplitude — Aktionspotenziale folgen dem Alles-oder-nichts-Gesetz — sondern über die Frequenz. Bei schwachen Reizen feuert ein Neuron selten, bei starken Reizen schnell.
Die Kennlinie ist nicht linear, sondern sättigend: Es gibt eine biologische Maximalfrequenz fmax. Die formale Beschreibung entspricht der Michaelis-Menten-Form mit dem Halbsättigungsreiz Ihalf — jener Reizstärke, bei der das Neuron mit der Hälfte seiner Maximalfrequenz feuert.
Die Formel
f = fmax · I / (I + Ihalf)
Umstellungen:
fmax = f · (I + Ihalf) / I
I = f · Ihalf / (fmax − f)
Ihalf = I · (fmax − f) / fDie Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| f | Impulsfrequenz | Hz | Aktionspotenziale pro Sekunde. |
| fmax | Maximalfrequenz | Hz | Obere Sättigungsgrenze. |
| I | Reizstärke | — | Stärke des Stimulus (z. B. Kraft, Licht). |
| Ihalf | Halbsättigungsreiz | — | Reizstärke bei f = fmax / 2. |
Minimal-Beispiel
fmax = 200 Hz, Ihalf = 5, I = 5:
f = 200 · 5 / (5 + 5)
= 1000 / 10
= 100 HzWie erwartet exakt die halbe Maximalfrequenz.
Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Schule: Mechanorezeptor
Ein Pacini-Körperchen mit fmax = 300 Hz und Ihalf = 10 mN wird mit I = 30 mN gereizt.
f = 300 · 30 / (30 + 10)
= 9000 / 40
= 225 HzBeispiel 2 — Labor: Reizstärke aus Frequenz
Bei einem Photorezeptor mit fmax = 100 Hz und Ihalf = 50 wurde f = 80 Hz gemessen.
I = f · Ihalf / (fmax − f)
= 80 · 50 / (100 − 80)
= 4000 / 20
= 200Beispiel 3 — Rückwärts: Halbsättigung kalibrieren
Ein Thermorezeptor feuert bei I = 20 mit f = 40 Hz; fmax = 120 Hz.
Ihalf = I · (fmax − f) / f
= 20 · (120 − 40) / 40
= 20 · 80 / 40
= 40