C-14-Altersbestimmung
Radiokarbonmethode: t = −t½ / ln(2) · ln(N / N₀). Aus dem Aktivitätsverhältnis einer Probe zur Anfangsaktivität ergibt sich das Alter über die Halbwertszeit von C-14 (5 730 Jahre).
C-14-Altersbestimmung berechnen
Radiokarbonmethode: t = −t½ / ln(2) · ln(N / N₀). Aus dem Aktivitätsverhältnis einer Probe zur Anfangsaktivität ergibt sich das Alter über die Halbwertszeit von C-14 (5 730 Jahre).
- t — Alter
- N — Aktuelle Aktivität
- N0 — Anfangsaktivität
- t_half — Halbwertszeit
Was ist die C-14-Altersbestimmung?
Die Radiokarbonmethode (von Willard Libby, 1949) nutzt den radioaktiven Zerfall des Isotops Kohlenstoff-14 (C-14), um das Alter organischer Proben zu bestimmen. Solange ein Organismus lebt, tauscht er Kohlenstoff mit der Atmosphäre aus — das C-14/C-12-Verhältnis bleibt nahezu konstant.
Nach dem Tod stoppt der Austausch: C-14 zerfällt mit einer Halbwertszeit von t½ = 5 730 Jahren weiter, während C-12 stabil bleibt. Aus dem heutigen Aktivitätsverhältnis N / N₀ lässt sich die seit dem Tod vergangene Zeit ermitteln.
Die Methode ist zuverlässig für Alter zwischen ungefähr 500 und 50 000 Jahren.
Die Formel
t = −t½ / ln(2) · ln(N / N₀)
Umstellungen:
N = N₀ · e^(−ln(2) · t / t½)
N₀ = N / e^(−ln(2) · t / t½)
t½ = −t · ln(2) / ln(N / N₀)Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| t | Alter | Jahre | Zeit seit dem Tod des Organismus. |
| t½ | Halbwertszeit | Jahre | Halbwertszeit von C-14 (Standardwert: 5 730 Jahre). |
| N | Aktuelle Aktivität | Bq | Gemessene Zerfallsrate der Probe. |
| N₀ | Anfangsaktivität | Bq | Aktivität der Probe zum Zeitpunkt des Todes. |
Minimal-Beispiel
Eine Probe zeigt noch 50 % der ursprünglichen C-14-Aktivität (N / N₀ = 0,5).
t = −5 730 / ln(2) · ln(0,5)
= −5 730 / 0,6931 · (−0,6931)
= 5 730 JahreGenau eine Halbwertszeit — wie zu erwarten.
Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Holzfund mit 25 % Restaktivität
Eine Probe enthält noch 25 % der ursprünglichen C-14-Aktivität.
t = −5 730 / ln(2) · ln(0,25)
= −8 267 · (−1,3863)
≈ 11 460 JahreDas entspricht zwei Halbwertszeiten — z. B. ein spätpaläolithischer Holzfund.
Beispiel 2 — Ötzi (Gletschermumie)
Die Mumie zeigt etwa 55 % der ursprünglichen C-14-Aktivität.
t = −5 730 / ln(2) · ln(0,55)
= −8 267 · (−0,5978)
≈ 4 942 JahreKonsistent mit der bekannten Datierung auf rund 5 300 Jahre vor heute.
Beispiel 3 — Ältere Holzprobe
Restaktivität N / N₀ = 0,12 (12 %).
t = −5 730 / ln(2) · ln(0,12)
≈ −8 267 · (−2,1203)
≈ 17 530 JahreBeispiel 4 — Vorhersage der Restaktivität
Wie viel C-14 bleibt nach 20 000 Jahren?
N / N₀ = e^(−ln(2) · 20 000 / 5 730)
= e^(−2,420)
≈ 0,0889
≈ 8,9 %Beispiel 5 — Methodengrenze
Nach 50 000 Jahren (rund 8,7 Halbwertszeiten):
N / N₀ = e^(−ln(2) · 50 000 / 5 730)
≈ e^(−6,049)
≈ 0,00236
≈ 0,24 %Unter dieser Schwelle wird das Messsignal vom Untergrund überdeckt — die Methode stößt an ihre Grenze.