Dämpfungsgrad
Dimensionsloser Dämpfungsgrad eines Schwingkreises: d = R / (2 · √(L / C)). Werte unter 1 ergeben schwingendes, über 1 aperiodisches Verhalten.
Dämpfungsgrad berechnen
Dimensionsloser Dämpfungsgrad eines Schwingkreises: d = R / (2 · √(L / C)). Werte unter 1 ergeben schwingendes, über 1 aperiodisches Verhalten.
- d — Dämpfungsgrad
- R — Widerstand
Worum geht es?
Der Dämpfungsgrad d ist eine dimensionslose Kennzahl, die das Verhalten eines RLC-Schwingkreises charakterisiert. Er entscheidet, ob ein Einschwingvorgang schwingend ausklingt oder direkt aperiodisch in den Endwert kriecht.
Die drei klassischen Fälle:
- d < 1 — schwach gedämpft, gedämpfte Schwingung um den Endwert
- d = 1 — aperiodischer Grenzfall, schnellste Annäherung ohne Überschwingen
- d > 1 — überdämpft, langsamer kriechender Übergang
Der Dämpfungsgrad hängt mit dem Gütefaktor Q über d = 1 / (2 · Q) zusammen — ein hoher Gütefaktor entspricht also geringer Dämpfung.
Die Formel
d = R / (2 · √(L / C))
Umstellung:
R = 2 · d · √(L / C)Der Ausdruck √(L / C) heißt Kennwiderstand oder Wellenwiderstand des Schwingkreises.
Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| d | Dämpfungsgrad | — | Dimensionsloser Dämpfungsgrad. |
| R | Widerstand | Ω | Verlustwiderstand des Kreises. |
| L | Induktivität | H | Induktivität der Spule. |
| C | Kapazität | F | Kapazität des Kondensators. |
Minimal-Beispiel
R = 10 Ω, L = 1 mH, C = 1 µF.
√(L / C) = √(10⁻³ / 10⁻⁶) = √1 000 ≈ 31,62 Ω
d = 10 / (2 · 31,62)
≈ 0,158Wegen d < 1 schwingt der Kreis um seinen Endwert.
Praxis-Beispiele
Beispiel 1 — Aperiodischer Grenzfall
Gegeben: L = 100 mH, C = 10 µF. Welcher Widerstand erzeugt d = 1?
√(L / C) = √(0,1 / 10⁻⁵) = √10 000 = 100 Ω
R = 2 · 1 · 100 = 200 ΩBei R = 200 Ω kehrt der Kreis ohne Überschwingen zurück in die Ruhelage.
Beispiel 2 — HF-Schwingkreis mit hoher Güte
L = 1 µH, C = 100 pF, R_Spule = 0,5 Ω.
√(L / C) = √(10⁻⁶ / 10⁻¹⁰) = √10 000 = 100 Ω
d = 0,5 / (2 · 100)
= 0,0025Sehr geringe Dämpfung — sauberer, langlebiger Schwingvorgang.
Beispiel 3 — Überdämpfter Auslöser
L = 1 H, C = 10 µF, R = 1 kΩ.
√(L / C) = √(1 / 10⁻⁵) = √100 000 ≈ 316,2 Ω
d = 1 000 / (2 · 316,2)
≈ 1,58Wegen d > 1 schwingt der Kreis nicht mehr — er kriecht aperiodisch in die Endlage.