Induktivität (Ringspule)
Induktivität einer Ringspule (Toroid): L = μ₀ · μᵣ · N² · A / (2 · π · r). Mittlerer Radius r entlang der Feldlinie.
Induktivität (Ringspule) berechnen
Induktivität einer Ringspule (Toroid): L = μ₀ · μᵣ · N² · A / (2 · π · r). Mittlerer Radius r entlang der Feldlinie.
- L — Induktivität
- N — Windungszahl
- r — Mittlerer Radius
Worum geht es?
Eine Ringspule (Toroid) ist eine auf einen Ringkern gewickelte Spule. Ihr großer Vorteil: Das Magnetfeld bleibt nahezu vollständig im Kern eingeschlossen — Streufeld und Einkopplung in Nachbarbauteile sind minimal.
Statt der geraden Länge l geht hier der mittlere magnetische Weg 2 · π · r ein, mit r als mittlerem Radius des Rings.
Die Formel
L = μ₀ · μᵣ · N² · A / (2 · π · r)
Umstellungen:
N = √(L · 2 · π · r / (μ₀ · μᵣ · A))
r = μ₀ · μᵣ · N² · A / (2 · π · L)Die Variablen
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Erklärung |
|---|---|---|---|
| L | Induktivität | H | Resultierende Induktivität der Ringspule. |
| μᵣ | Relative Permeabilität | — | Permeabilitätszahl des Kernmaterials. |
| N | Windungszahl | — | Anzahl der Drahtwindungen um den Kern. |
| A | Querschnittsfläche | m² | Querschnitt des Ringkerns. |
| r | Mittlerer Radius | m | Mittlerer Radius des Rings (Mittellinie). |
Minimal-Beispiel
Ferritringkern μᵣ = 2 500, A = 0,5 cm² = 5 · 10⁻⁵ m², r = 1 cm, N = 50.
L = μ₀ · μᵣ · N² · A / (2 · π · r)
= 1,2566·10⁻⁶ · 2 500 · 2 500 · 5·10⁻⁵ / (2·π·0,01)
≈ 6,25 · 10⁻³ H
≈ 6,25 mHPraxis-Beispiele
Beispiel 1 — A_L-Wert herstellerseitig
Hersteller geben oft den A_L-Wert (Induktivität pro Windung²) an. Dann gilt L = A_L · N², die Formel oben definiert A_L.
A_L = μ₀ · μᵣ · A / (2 · π · r)
L = A_L · N²Beispiel 2 — Windungszahl für Zielinduktivität
Welche Windungszahl ergibt L = 100 mH bei A_L = 2 500 nH?
N = √(L / A_L)
= √(100·10⁻³ / 2 500·10⁻⁹)
= √40 000
= 200 WindungenBeispiel 3 — Sättigung beachten
Die Formel gilt nur im linearen Bereich. Bei hohen Strömen geht der Kern in Sättigung, μᵣ bricht ein und L fällt drastisch. Bei jeder Auslegung den maximalen DC-Strom gegen die Datenblatt-Sättigungskurve prüfen.